Notizen · KI-Modelle

Azure OpenAI: Wo Ihre Daten wirklich verarbeitet werden

«Wir nutzen GPT über Azure, in der Region Schweiz.» Dieser Satz beruhigt. Ob er stimmt, hängt aber nicht nur von der Region ab. Entscheidend ist eine Einstellung, die viele beim Einrichten übersehen: der Bereitstellungstyp.

Region und Bereitstellung sind zwei Dinge

In Azure legen Sie zuerst eine Ressource in einer Region an, zum Beispiel Switzerland North. Darin erstellen Sie für jedes Modell eine Bereitstellung, und dabei wählen Sie den Typ. Microsoft unterscheidet:

Gespeicherte Daten, etwa hochgeladene Dateien, bleiben bei allen Typen in der Geografie Ihrer Ressource. Der Typ bestimmt also, wo gerechnet wird, nicht wo abgelegt wird. Für Sie zählt beides.

Was das für eine Schweizer Firma heisst

Global heisst: Eine Anfrage aus Freiburg kann in einem Rechenzentrum in Amerika oder Asien verarbeitet werden. Microsoft empfiehlt Global Standard für die meisten Fälle als Start, weil neue Modelle dort zuerst erscheinen und der Preis am tiefsten ist. Für Kundendaten ist das selten die richtige Wahl.

Data Zone EU heisst: Die Verarbeitung bleibt im EU- und EFTA-Raum. Für viele Personendaten genügt das, weil der Bundesrat den Datenschutz der EU-Staaten als angemessen anerkennt.

Standard in Switzerland North heisst: Die Verarbeitung bleibt in der Schweiz. Nur kommen neue Modelle in einer festen Reihenfolge, zuerst global, dann Data Zone, regional zuletzt und ohne zugesagtes Datum. Laut der Verfügbarkeitstabelle von Microsoft gab es am 7. November 2026 in Switzerland North regional zum Beispiel gpt-4.1, gpt-4o und gpt-5.1. Die neueren Modelle ab gpt-5.4 waren dort nur als Data Zone oder Global verfügbar. Wer das neueste Modell will, muss also oft in den EU-Raum. Die Tabelle ändert sich laufend. Ich prüfe sie vor jedem Entscheid neu.

Ein Punkt, der oft Sorgen macht: Laut Microsoft werden Anfragen und Antworten nicht verwendet, um die Basismodelle zu trainieren. Für die Missbrauchsüberwachung kann Microsoft auffällige Anfragen speichern, und zwar in der Geografie Ihrer Ressource.

So prüfen Sie es selbst

  1. Region der Ressource ansehen. Im Azure-Portal steht sie in der Übersicht der Ressource.
  2. Typ jeder Bereitstellung ansehen. Im Foundry-Portal steht er bei der Bereitstellung. In Vorlagen und Skripten heisst er SKU, etwa GlobalStandard, DataZoneStandard oder Standard. Steht irgendwo Global, verlässt die Verarbeitung möglicherweise Europa. Dasselbe gilt für DeveloperTier.
  3. Für die Zukunft sperren. Mit Azure Policy lässt sich verhindern, dass jemand später eine globale Bereitstellung anlegt. Microsoft dokumentiert dafür eine Regel auf den Bereitstellungstyp.
  4. Vor jedem Modellwechsel die Tabelle prüfen. Gibt es das neue Modell in Ihrer Region mit Ihrem Typ? Wenn nicht, entscheiden Sie bewusst, statt dass jemand den Typ «kurz» umstellt.

Was ich konkret mache

Sie möchten wissen, wo Ihre Anfragen heute verarbeitet werden? Schreiben Sie mir für ein Erstgespräch: hello@comptec.ch

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Quellen (Microsoft Learn, englisch)

Stand: 7. November 2026.