Notizen · KI im Unternehmen

Was darf in Claude oder ChatGPT hinein?

Fragen Sie in Ihrem Betrieb, wer KI benutzt. Meistens heben mehr Leute die Hand, als die Geschäftsleitung erwartet. Die Offerte wird mit ChatGPT umformuliert, das Protokoll mit Claude zusammengefasst, die Kundenmail übersetzt. Oft mit einem privaten Konto.

Das ist kein Grund zur Panik. Es zeigt, dass die Werkzeuge nützen. Das Problem liegt woanders. Niemand weiss, welche Daten dabei das Haus verlassen haben, und niemand hat festgelegt, was erlaubt ist.

Das private Konto ist das eigentliche Risiko

Bei einem privaten Konto entscheidet die einzelne Person über Einstellungen, die eigentlich die Firma treffen müsste. Ein Beispiel: Anthropic trainiert neue Modelle mit Chats aus den privaten Plänen Free, Pro und Max, wenn die Person das in ihren Einstellungen erlaubt. Dann bleiben die Daten laut Anthropic bis zu fünf Jahre gespeichert, sonst 30 Tage. Bei den Firmenangeboten (Team, Enterprise und die Programmierschnittstelle) verwendet Anthropic Ein- und Ausgaben standardmässig nicht für das Training.

Auch bei ChatGPT gelten für private Konten und Firmenangebote unterschiedliche Bedingungen. Daten aus ChatGPT Business, Enterprise und Edu sowie aus der Programmierschnittstelle verwendet OpenAI laut eigenen Angaben standardmässig nicht für das Training. Was im Vertrag steht, prüfe ich vor jeder Einführung in der aktuellen Fassung.

Und verlässt jemand die Firma, nimmt er seine Chats mit. Sie wissen nicht, was darin steht, und können nichts löschen.

Eine Seite Richtlinie reicht für den Anfang

Sie brauchen kein Handbuch. Eine Seite, die alle lesen, schützt mehr als zwanzig, die niemand liest. Sie beantwortet vier Fragen:

  1. Welche Werkzeuge und Konten sind erlaubt? Zum Beispiel Claude über das Firmenkonto, keine privaten Konten für Firmenarbeit.
  2. Welche Daten dürfen hinein, welche nie? Allgemeines und Öffentliches ja. Passwörter, Gesundheitsdaten und alles unter Berufsgeheimnis nie. Kundendaten nur in einem Werkzeug, das dafür freigegeben ist.
  3. Wer prüft die Ergebnisse? KI schreibt überzeugend, auch wenn es falsch ist. Was an Kunden geht, liest vorher ein Mensch.
  4. Wem meldet man einen Fehler? Wer versehentlich Kundendaten eingefügt hat, soll es ohne Angst sagen können. Nur dann können Sie reagieren.

Eine Vorlage dafür können Sie hier herunterladen. Sie hat Lücken für Ihren Firmennamen und die verantwortliche Person. Sie ersetzt keine Rechtsberatung und muss an Ihren Betrieb angepasst werden.

Vorlage herunterladen (Word)Ansicht (PDF)

Firmenkonten statt Verbote

Ein Verbot treibt die Nutzung auf private Handys. Besser ist ein Firmenkonto, das die Leute gern benutzen. Bei Claude heisst das ein Team- oder Enterprise-Plan. Sie vergeben die Konten zentral, sperren sie beim Austritt und legen fest, was erlaubt ist. Bewertet eine Mitarbeiterin eine Antwort mit Daumen hoch oder runter, darf Anthropic diesen Chat laut eigenen Angaben für das Training verwenden. Im Team- und im Enterprise-Plan können Sie diese Bewertungen für alle ausschalten.

Was das Datenschutzgesetz verlangt

Seit September 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz. Für KI-Werkzeuge zählen drei Punkte.

Wo Claude Ihre Daten verarbeitet

Nutzen Sie Claude direkt bei Anthropic, auch im Team- oder Enterprise-Plan, speichert Anthropic die Daten laut eigenen Angaben in den USA. Die Anfragen können in Rechenzentren in den USA, in Europa, Asien oder Australien verarbeitet werden. Für viele Aufgaben spielt das keine Rolle, für manche schon. Deshalb legen wir gemeinsam fest, welche Daten draussen bleiben. Wo die Verarbeitung im EU-Raum bleiben soll, gibt es andere Wege, etwa Claude über einen Cloud-Anbieter in einer EU-Region oder GPT-Modelle über Azure mit dem passenden Bereitstellungstyp. Was das bei Azure genau heisst, steht in der Notiz Azure OpenAI: Wo Ihre Daten wirklich verarbeitet werden.

Was ich konkret mache

Sie möchten wissen, wo Ihr Betrieb steht? Schreiben Sie mir für ein Erstgespräch: hello@comptec.ch

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Quellen

Stand: 7. November 2026.